Meine Erfahrung lehrt mich: Berufung ergeht an einzelne, an Männer und Frauen

Die Untersekretärin des vatikanischen Synodensekretariats, Nathalie Becquart, erteilt der Weihe von Frauen aktuell eine Absage. Karin Klemm, Hospizseelsorgerin, engagiert in der Junia-Initiative und Teil der Steuergruppe der der Allianz Gleichwürdig Katholisch reagiert darauf.

Frau Becquart spricht mir aus dem Herzen mit zweierlei Aussagen, die ich dem BBC-Beitrag entnehme:

Natürlich kann Berufung zu einer kirchlichen Aufgabe nicht allein auf einem persönlichen Gefühl oder einer persönlichen Entscheidung basieren. Berufung G*ttes will sich erweisen im Dienst an anderen Menschen, berufene Seelsorger:innen sollen sich bewähren in der Gemeinde, im Spital usw.

Und deshalb stimme ich Frau Becquart auch in der Aussage zu, dass die Kirche Berufung anerkennen soll.

Leider erklärt sie nicht, warum das bei Männern anders sein soll als bei Frauen.

Meine Erfahrung lehrt mich: Berufung ergeht an einzelne, an Männer und Frauen (davon kenne ich viele). Berufung wird von der Kirche, meistens von einer Gemeinde, einer Gemeinschaft erlebt. Kirche konstituiert sich doch zuallererst durch die Gemeinden und Gemeinschaften, in denen das Leben geteilt wird, in denen gottesdienstliches Feiern auf dem Boden seelsorgerlicher Beziehungen möglich ist.

Mein Vorschlag zur kirchlichen Anerkennung bewährter Seelsorger:innen: Keine Weihe sondern eine Ordination, verantwortet und durchgeführt von zwei Menschen (aus der Gemeinde und eine Person aus der kirchlichen Leitung, z.B. eine Bischöfin). Im Lima-Papier von 1982 (Studie der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung No. 111) wird schon empfohlen, dass alle, die eine öffentliche und ständige Aufgabe in der Kirche übernehmen, ordiniert werden sollen.

Und bis dahin? Wie wäre es, wenn die Menschen unserer Kirchenleitungen auf ihre Gemeinden hören, die froh sind um ihre berufenen und bewährten Seelsorger:innen.

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