IG M!kU zu den nationale Massnahmen gegen Missbrauch

Bei einem Mediengespräch haben Spitzenvertreter der Schweizer Kirche einen Zwischenstand zur Umsetzung von Massnahmen gegen Missbrauch präsentiert. Auch die IG M!kU äusert sich zu den Massnahmen.

Vreni Peterer, Präsidentin der IG-MikU und Betroffene von sexuellem Missbrauch, unterstützte die vorgestellten Massnahmen. Dennoch äusserte sie Kritik. So berichtete sie von Betroffenen, «die nicht in die Aufarbeitung kommen, weil Fragen offen sind». Etwa, warum der mutmassliche Täter noch priesterlich tätig sein darf. Auch kritisierte sie Roland Loos, der davon sprach, dass es bei der Umsetzung von Massnahmen auf ein paar Monate mehr oder weniger nicht ankomme. Betroffenen komme es sehr wohl darauf an, ob sie länger warten müssen mit der Verarbeitung. Sie verstehe, dass die Errichtung einer Meldestelle komplex sei, dennoch hätte sie sich gewünscht, dass diese Meldestelle schon bis September 2023 gestanden hätte. «Mir fehlt die Betreuung der Betroffenen, die jetzt da sind. Bei uns haben sich 54 Betroffene gemeldet.» Viele von ihnen sprechen zum ersten Mal über das Erlebte.
Weiter berichtete Vreni Peterer von einem aktuellen Fall: Eine missbrauchsbetroffene Person hat einem Bischof eine Mail geschrieben. «Es kam nicht einmal eine Empfangsbestätigung», so Vreni Peterer. Auf Rückfrage von kath.ch sagte sie, dass es sich um ein Deutschschweizer Bistum handelt.
Zum Schluss stellte Peterer noch eine Forderung: «Wir hätten gerne, dass auch spiritueller Missbrauch immer wieder in Konzepten benannt wird.» Denn das ist der Nährboden für sexuellen Missbrauch.

Vreni Peterer in kath.ch

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