Herbert-Haag-Wandermedaille für Freiheit in der Kirche geht an Hella und Gregor Sodies sowie an die Pfarrei Johannes XXIII

«Hella und Gregor sind mit einer lebendigen Pfarrei unterwegs und realisieren, wovon andere bloss reden: synodal und gleichberechtigt Kirche zu sein. So einfach das klingen mag, so bemerkenswert und so notwendig ist es unter den gegebenen schwierigen, diskriminierenden Bedingungen in der römisch katholischen Kirche.»

Die Herbert-Haag-Wandermedaille geht an das Theologenehepaar Hella und Gregor Sodies, die gemeinsam die Pfarrei Johannes XXIII in Greifensee-Nänikon Werrikon im Kanton Zürich leiten. Die beiden wirken je für sich und gemeinsam, setzen sich in und mit ihrem Team für eine geschlechtergerechte Verteilung von Verantwortung ein und leben diese, engagieren sich für kirchliche Strukturreformen und realisieren sie vor Ort. Verschiedentlich haben sie ihre Stimme gegen Willkür, gegen Vertuschung und Machtmissbrauch erhoben. In und mit der Pfarrei Johannes XXIII pflegen sie das geschwisterliche Unterwegssein und leben eine synodale Kultur der Entscheidungsfindung. Die Wandermedaille geht von daher gleichermassen an die Pfarrei Johannes XXIII mit all ihren Engagierten.

Die Würdigung wird am Sonntag, 17. November 2024 im Rahmen des Pfarreigottesdienstes um 9.30 Uhr in der Limi in Greifensee stattfinden. Der Anlass ist gleichzeitig Teil der Feierlichkeiten 50 Jahre Pfarrei Greifensee.

Die Entstehung der Wandermedaille wurde aus der Herbert-Haag-Medaille möglich, die Martha Brun 1991 für loyale Opposition im Bistum Chur überreicht wurde. Bevor die ehemalige Menzinger Schwester und spätere Pfarreiverantwortliche starb vertraute sie die Medaille ihrer Freundin und Theologin Bernadette Tischhauser an. Diese ehrte damit Brigitta Biberstein, welche sie aus langjähriger Mitarbeit und dem Aufbau des Sakralen Tanzes kannte. Zusammen mit dem Präsidenten der Herbert-Haag-Stiftung und dem Katholischen Frauenbund Zürich entstand daraus die Idee der Wandermedaille, die im Jahr 2021 an Veronika Jehle verliehen wurde. Brigitta Biberstein und Veronika Jehle haben nun Hella und Gregor Sodies zusammen mit ihrer Gemeinde als nächste Träger:innen der Wandermedaille gewählt.

Veronika Jehle zu dieser Entscheidung: «Hella und Gregor sind mit einer lebendigen Pfarrei unterwegs und realisieren, wovon andere bloss reden: synodal und gleichberechtigt Kirche zu sein. So einfach das klingen mag, so bemerkenswert und so notwendig ist es unter den gegebenen schwierigen, diskriminierenden Bedingungen in der römisch-katholischen Kirche.»

Hella (1980) und Gregor (1978) Sodies leiten die Pfarrei Greifensee-Nänikon-Werrikon in einer Co-Leitung seit 2014. Die Pfarrei wurde im Jahr 1974 von engagierten Katholikinnen und Katholiken gegründet und ist seit Anfang von einer Kultur geprägt, in der Pfarreimitglieder ein hohes Mass an Eigenverantwortung pflegen und auf hierarchische Strukturen weitestgehend verzichten. Bevor das Ehepaar die Leitung übernahm, waren sie als Seelsorgerin und Seelsorger in zwei verschiedenen Pfarreien in Winterthur tätig. Gregor Sodies ist in Hamburg aufgewachsen, Hella Sodies in Marsberg in Nordrhein Westfalen, die beiden studierten Theologie u.a. in Münster.

Für Rückfragen: veronika.jehle@forum-pfarrblatt.ch

Brigitta Biberstein und Veronika Jehle
im April 2024

Die Pfarrei Johannes XXIII in Greifensee-Nänikon Werrikon sowie die Herbert-Haag-Stiftung sind zugehörig in der Projektgemeinschaft der Allianz Gleichwürdig Katholisch.

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