19. Dezember 2023
Erklärung des Vatikans zu Segnungen
Wichtiger Schritt – aber es ist noch viel zu tun
Die gestern veröffentlichte Grundsatzerklärung über Segnungen erlaubt Priestern das Segnen von gleichgeschlechtlichen und unverheirateten Paaren. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung; damit ist es jedoch nicht getan. Die Erklärung zeigt, dass eine echte Erneuerung der katholischen Sexuallehre nötig ist, damit die Kirche allen Menschen, unabhängig von ihrem Lebensentwurf, die gleiche Würde und die gleichen Rechte zuspricht.
Der Grundsatz #GleicheWürdeGleicheRechte muss für alle Menschen gelten, unabhängig von ihrem Lebensentwurf. Für die Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) ist somit selbstverständlich, dass alle konsensbasierten Beziehungen als gleichwürdig angesehen und behandelt werden müssen. Diesen Standpunkt vertritt die AGK auch im weltweiten synodalen Prozess.
Wichtiges Zeichen,…
Mit der Erklärung will der Vatikan «das klassische Verständnis von Segnungen erweitern und bereichern» und erlaubt neu die Segnung von gleichgeschlechtlichen und unverheirateten Paaren. Diese Nachricht freut die AGK; sie zeigt das Veränderungen und Neuerungen möglich sind.
Die Erlaubnis, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen, ist bedeutend für die Weltkirche. Der Vatikan anerkennt damit, dass gleichgeschlechtlich liebende Menschen Teil der katholischen Gemeinschaft sind und auch sein wollen. Für Regionen, Länder und Kirchen, die homophobe Einstellungen und Strukturen leben, kann diese Neuerung auch ein Anstoss für ein Umdenken bieten. Noch immer werden unzählige queere Menschen aufgrund ihrer Sexualität verfolgt; ihre Sicherheit und ihre Menschenwürde muss von der katholischen Kirche bewahrt werden.
…das Ungleichheit aufrecht erhält
Die Erlaubnis kommt mit vielen Einschränkungen: Gleichgeschlechtliche und nicht verheiratete Paare dürfen nicht im Rahmen eines Gottesdienstes gesegnet werden. Der Segen darf keinem Sakrament ähneln oder im Zusammenhang einer standesamtlichen Feier erteilt werden. Es dürfen auch nicht Kleidung, Gesten oder Worte benutzt werden, die Ausdruck für eine Ehe sind. Zudem dürfen die Segnungen von Paaren, die sich in «irregulären Situationen» befinden, nicht gefördert werden.
So bedeutend diese Neuerung ist, sie zeigt, dass Menschen in gleichgeschlechtlichen und nicht-verheirateten Partnerschaften vom Vatikan immer noch nicht als gleichwürdig angesehen werden. Um hier weiterzukommen, reicht die Erweiterung von Segnungen noch nicht aus. Es braucht eine echte Erneuerung der katholischen Sexualmoral und des Sakramentenverständnis.
Bedeutung für die Schweiz
In einigen Schweizer Pfarreien segnen die Seelsorgenden schon lange unverheiratete und gleichgeschlechtliche Paare; der gestrige Entscheid legitimiert, was vielerorts schon bewährte Praxis ist. Die AGK fordert die Pfarreien auf, Segensfeiern anzubieten und kreativ und für unsere Realität stimmig zu gestalten.
Allianz Gleichwürdig Katholisch
Die Allianz Gleichwürdig Katholisch ist eine wachsende, gesamtschweizerische, reformkatholische Organisation und versteht sich als offene Projektgemeinschaft. Der Projektgemeinschaft zugehörig sind Personen, die die Anliegen der AGK teilen und unterstützen: Einzelpersonen und Personen, die verschiedene Organisationen, Initiativen, Verbände, Pfarreien, Kirchgemeinden und Landeskirchen vertreten. Darunter der SKF (Schweizerischer Katholischer Frauenbund), die Jubla (Jungwacht Blauring Schweiz), die KAB Schweiz, der VKP (Verband Katholischer Pfadi), die Juniainitiave, die Landeskirche Thurgau.
Kontakte
- Mentari Baumann, Geschäftsführerin Allianz Gleichwürdig Katholisch und Mitglied der Online-Delegation, mentari.baumann@gleichwuerdig.ch,
+41 (0)79 248 44 07 - Helena Jeppesen, Fastenaktion, Mitglied Steuergruppe Allianz Gleichwürdig Katholisch und Mitglied der Delegation in Prag, jeppesen@fastenaktion.ch,
+41 (0)79 793 96 16